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In «Epochen» lernen

Eine Besonderheit der Waldorfschule ist das Lernen in „Epochen“: 3-4 Wochen lang wird jeden Tag das gleiche Fach in der Hauptstunde unterrichtet. Dies ermöglicht es den Schülern, in das Fach der Epoche einzutauchen - ukrainische Sprache und Literatur, Geschichte, Biologie, Geographie, Mathematik in der Grundschule, Geometrie in der Mittel- und Oberstufe. So verstehen Kinder Themen besser und erwerben gründliche Kenntnisse. Im Schuljahr wechseln die Epochen: Auf Physik folgt Geschichte oder Erdkunde, dann Chemie oder ein Fach aus dem Sprachgebiet.

Der Hauptunterricht dauert 90-110 Minuten. Sein Thema kann in anderen 45-Minuten-Lektionen entwickelt werden - sowohl in Klassen mit künstlerischen oder "bewegten" Zyklen als auch in Fremdsprachen. Ein wichtiges Merkmal der Hauptstunde ist der Aktivitätswechsel: zuerst - der rhythmische Teil, dann - der Hauptteil. Die Stunde endet mit einer Lehrergeschichte oder einem Experiment.

Der Haupunterricht

Der Schulmorgen beginnt mit einer Begrüßung durch die Hand jedes Schülers und Klassenlehrers an der Klassenzimmertür. Der Lehrer wird auf jeden Fall auf den Blick des Schülers warten, ihm ins Gesicht sagen: „Guten Morgen!“, ihn mit Namen ansprechen, persönlichen Kontakt herstellen, ihm helfen, sich einzugewöhnen, aufzuwachen und den Klassenraum zu betreten.

In der Grundschule wird zu Beginn des Hauptunterrichts kein helles Licht eingeschaltet, da ein reibungsloser Übergang vom Hausmorgen zum Schulmorgen notwendig ist. Der Unterricht beginnt mit einem gegenseitigen Gruß zwischen dem Lehrer und seiner Klasse: „Guten Morgen, liebe zweite Klasse!“. Sobald sich die Kinder konzentriert haben, sagen sie gemeinsam den Morgenspruch, und innerhalb weniger Minuten kann jeder Schüler kurz etwas Wichtiges von seinem Morgen erzählen:ein starker Wind oder eine helle Sonne, eine erstaunliche Schneeflocke oder ein Vogel vor dem Fenster. Dann schaltet der Lehrer das Licht ein und fährt mit dem ersten - rhythmischen Teil des Unterrichts fort.

In den 15-20 Minuten des rhythmischen Teils wird an der Bildsprache und Ausdruckskraft der Sprache gearbeitet. Die Kinder singen Lieder und führen Tänze auf, lernen Gedichte und Sketche, führen verschiedene Übungen mit Rhythmen in Bezug auf Koordination und Körpergeographie durch. So fügen sich Kinder durch poetische Formen und Bewegung in das Bildungsmaterial der Epoche ein.

Sprech- und Bewegungsübungen helfen, sich auf das Hauptthema des Unterrichts einzustimmen und den Einfluss äußerer Eindrücke zu reduzieren. Dieser Ansatz trägt zur Konzentration der Aufmerksamkeit der Kinder und zur effektiven Assimilation des Unterrichtsmaterials bei.

Auf den rhythmischen Teil folgt der informative Hauptteil des Unterrichts. Es wird gelernt, diskutiert und assimiliert ein neues Material zum Thema der Epoche. Der Lehrer versucht, den Lernprozess so produktiv und kreativ wie möglich zu gestalten. Wenn die Schüler in der Oberstufe aus ihren Beobachtungen eigenständige Schlussfolgerungen auf die Essenz des Themas ziehen, dann kann es in den jüngeren Klassen ein Märchen sein, eine kleine Aufführung, bei der Buchstaben oder Zahlen gelernt werden. Dem Lehrer steht es frei, selbst die Rolle eines Märchenhelden zu spielen - die Effektivität der Assimilation neuen Wissens steigt nur dank eines solchen Unterrichts.

Im Hauptteil des Unterrichts arbeiten Kinder mit Lehrbüchern - hier wird geschrieben, gezeichnet, gemalt. Im Unterricht gibt es keine traditionellen Lehrbücher – jeder Schüler erstellt sie selbstständig und veranschaulicht das erworbene Wissen. Bunte, individuelle und mit viel Liebe gefertigte Hefte helfen dabei, das Thema der Epoche zu meistern. Es ist nicht nur eine Aufzeichnung des Gelernten, sondern auch eine aktive Lernmethode, die den Wunsch der Schüler nach Kreativität und dem Erwerb neuer Informationen steigert.

Die Unterrichtsstunde endet mit einer Lehrergeschichte zu kulturgeschichtlichen oder literarischen Themen gemäß dem Lehrplan der jeweiligen Klasse. In den jüngeren Klassen sind das Märchen, Sagen und Mythen. Auch die mündliche Arbeit der Schüler ist möglich - Nacherzählen, Lesen. In der Mittel- und Oberstufe zeigt dieser Teil des Unterrichts Experimente oder beschreibt detailliert bestimmte historische Ereignisse, biologische und geografische Fakten.